Im Zusammenhang mit der Krawattendiskussion in Tirol kommt eine andere Thematik wieder in die Öffentlichkeit: Schuluniformen ja oder nein.
Die Befürworter führen als Grund für ihren Standpunkt oft an, eine Schuluniform würde das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler stärken und Bullying und Mobbying aufgrund sozialer (bzw. vor allem finanzieller) Unterschiede zwischen den Schülern verringern.
Nun, diese anscheinend so einleuchtenden und logisch erscheinenden Begründungen haben beide einen enormen Haken.
Mit solchen Begründungen wird nämlich übersehen, dass der angebliche Zwang zu Markenprodukten nur ein Symptom ist, und keine Ursache für die Entscheidung für eine Schuluniform. Es ist ein Symptom für den zwischenmenschlichen, sozialen Umgang der Schüler untereinander.
Wenn man glaubt, mit Schuluniformen könne man “soziale Klüfte” kitten oder gar überwinden, müsste man Kindern bei Bedarf auch neue Eltern zur Verfügung stellen, die die “sozialen Anforderungen” der Mitschüler erfüllen. Denn die sozialen Unterschiede, die Schüler angeblich gerne heranziehen, um andere zu mobben, fangen bei Kleidung erst an, gehen über Statussymbole wie Handys (“Was, ka IPhone, du Loser?”) bis hin zum Beruf der Eltern (“Was, dei Muada is a Putzkleschn?”).
Bekommen Schüler, deren Eltern keine “angesehenen Berufe” haben, im Rahmen des Gleichmachungswahnsinns auch neue Eltern, die sozial akzeptable Berufe haben?
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Kärntner HTL mit Schuluniform-Pflicht (derstandard.at)